DSGVO & Daten löschen: Für die SCHUFA wird‘s ernst

DSGVO
DSGVO & Schufa

Die DSGVO ist seit einigen Tagen am Start und es zeichnen sich immer mehr Fälle ab, in denen das Gesetz wohl nicht so funktioniert, wie gedacht. In dem Fall wollen wir Euch nicht darüber berichten, dass eine App ihre Dienste für deutsche Kunden einstellte oder wie Apple die neue Regelung handhabt. Wir gehen mal auf einen Dienstleister aus Deutschland ein, den wahrscheinlich jeder von Euch kennt. Die Rede ist von der Schufa.

Das Institut sammelt Daten über Eure Kreditwürdigkeit und stellt diese in einem persönlichen Score zusammen. Gegen Gebühr könnt Ihr Euch eine Online-Selbstauskunft besorgen, die wir dann bei einem zukünftigen Vermieter zum Beispiel vorlegen könnten. Eigentlich ein recht wichtiges Tool für zukünftige Vertragsgeschäfte-Absicherung. Das Geschäftsmodell dieser Selbstauskunft gerät nun ins Wanken und wird von seitens der Datenschutzbeauftragten des Landes Hessen geprüft.

SCHUFA: Mit MeinSchufa gibt’s die Selbstauskunft Online für knapp 4 €

Wenn Ihr eine solche Selbstauskunft anfordert, könnt Ihr diese 1x pro Jahr kostenlos anfordern. Dann dauert es ca. 2 Wochen, bis diese mit der Post zugestellt wird. Wenn Ihr bereit seid, knapp vier Euro zu bezahlen, bietet Euch das Portal einen digitalen Online-Zugang zu Euren Daten. Abgeglichen werden hier die letzten Ziffern auf Euren neueren Ausweisdokumenten. Stimmen diese überein, erhaltet Ihr sofort Zugang zu Eurer Selbstauskunft.

Die DSGVO sagt aber jetzt aus, dass alle Unternehmen verpflichtet sind zeitnah, kostenlos und elektronisch Auskunft über gespeicherte persönliche Daten bereitzustellen. Außerdem sieht die DSGVO keine zeitliche Beschränkung des Auskunftsrechts vor. Aufgrund dessen hat die SCHUFA bereits den Hinweis entfernt, dass eine solche Abfrage nur einmal pro Jahr kostenlos möglich ist.

SCHUFA: DSGVO kann Online wegen Datenschutz nicht durchgesetzt werden

Einen Download aller persönlicher Daten, und zwar kostenlos, bietet das Unternehmen nicht an. Die SCHUFA verweist auf den Datenschutz. Sie sei nicht in der Lage bei einer Onlineabfrage wirklich zu kontrollieren, ob die Selbstauskunft von einer berechtigten Person kommt.

Daher ist nur eine Zustellung an die postalische Adresse möglich. Das widerspricht jetzt aber ein wenig dem Angebot von MeineSchufa, in dem, wie bereits erklärt, Ihr Euch über Ausweis-Dokumente verifiziert und sofort auf die Daten zugreifen könnt. In diesem Fall kassiert die SCHUFA dann aber auch vier Euro Gebühr.

DSGVO: Daten müssen an Konkurrenten übertragen werden – Schluss mit dem Monopol?

Ein weiterer Aspekt der DSGVO besagt, dass Ihr jederzeit das Recht habt, dass ein Unternehmen Eure gespeicherten Daten an ein Konkurrenzunternehmen übertragen muss. Macht zum Beispiel Sinn, wenn Ihr von einem Stromanbieter zum anderen wechselt. Diese Daten müssen in einer maschinenlesbaren Form ausgeliefert werden.

Ziel war es, kleineren sozialen Netzwerken es sozusagen zu ermöglichen, eine Konkurrenz zum großen Facebook und Co. aufzubauen. Für Kunden muss dafür ein einfacher Wechsel von einem sozialen Netzwerk ins andere ermöglicht werden. Bereits jetzt melden sich ein paar kleinere Startups an, die genau hier in diese Lücke stoßen wollen und Alternativen zum Monopol der SCHUFA offerieren möchten.

Was wäre, wenn alle ihre Schufa-Daten löschen lassen…

Zu guter Letzt besagt die DSGVO, dass jeder von uns Unternehmen auffordern kann, alle persönlichen Daten komplett zu löschen. Und mit diesem Schritt wäre dann eigentlich die komplette Kreditauskunft des Unternehmens gefährdet. Auf diesen Punkt sind die europäischen Politiker übrigens direkt in DSGVO Art. 21 eingegangen. In diesem Fall muss eigentlich eine Abwägung durchgeführt werden. Wenn ein Nutzer persönliche Umstände ins Feld führt, müssen die Daten gelöscht werden. Sieht die SCHUFA das anders, muss eine Beschwerde beim Landesdatenschutz in Hessen abgegeben werden.

Die Verantwortlichen der Behörde entscheiden dann, ob die Löschung genehmigt wird. Insgesamt scheint es hier wohl doch noch deutliche Nachbesserungen geben zu müssen, was die DSGVO angeht. Im Endeffekt bietet die Schufa-Auskunft ein wichtiges Tool, um unsere Kreditwürdigkeit bescheinigen lassen zu können. Gäbe es diese nicht, müssten sich Selbstständige hier extrem in die Karten schauen lassen und einem potenziellen Vermieter z.B. ihre Bilanz oder Kundenrechnungen vorlegen.

Quelle(n) :

welt.de

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Kommentare

  1. Das Ziel von Apple sind nicht mehr zufriedene Kund antwortet

    Wieso kann ich als zahlender Kunde meine Daten jederzeit abfragen, als nicht zahlender Kunde nicht .
    Bei nicht gewährten Kredit geht bin ich nicht in der Lage festzustellen, ob es an der SCHUFA Auskunft künftig liegt oder nicht.
    Die Hoheit der Daten liegt letztendlich bei mir .

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