Vertrauen verspielt? Neues Apple MacBook Pro ab erstem Tag im Reparaturprogramm

Vertrauen verspielt? Neues Apple MacBook Pro ab erstem Tag im Reparaturprogramm 1

Apple veröffentlichte gestern nicht nur das „schnellste MacBook Pro“ sondern erstmalig ein Gerät, das ab dem Tag der Auslieferung in einem Service-Programm gelistet ist. Sprich: wenn Tastaturprobleme beim neuen MacBook Pro 2019 auftauchen, sind diese von diesem „Tastatur Service-Programm“ abgedeckt. Zusätzlich verspricht Apple durch „Verwendung eines anderen Materials die möglichen Probleme mit der Tastatur deutlich reduziert“ haben zu wollen. Doch reicht das wirklich?

Doppelte Eingaben und fehlende Leerzeichen – die Probleme mit der Butterfly Tastatur sind wirklich kein Einzelfall. Seit nunmehr 4 Jahren setzt Apple diese Tastatur in den Mac Notebooks ein – erstmalig im MacBook 2015, seit 2016 in allen MacBook Pro. Lange Zeit reagierte Apple nicht auf die gemeldeten Tastatur-Probleme, danach waren alles „nur Einzelfälle“ und eigentlich seien doch eh die Nutzer schuld, die das MacBook vollkrümelten. Grundlegende Änderungen an der Tastatur gab es seither nicht wirklich – lediglich eine neue Membran wurde eingefügt und ab sofort wird ein „neues Material“ verwendet. Auch die Formulierung „Probleme deutlich reduziert“ lässt nicht darauf schließen, dass das Tastaturproblem abschließend geklärt sondern lediglich mit einem größeren Pflaster bestückt sei. Auch Apple selbst ist sich der Lösung offensichtlich nicht wirklich sicher, wenn ein überarbeitetes Produkt ab Markteinführung in einem „Austauschprogramm“ gelistet ist. Allerdings muss man Apple natürlich auch einräumen, dass man das verlorene Vertrauen in Apple Tastaturen nach der vierten oder fünften Iteration nur durch ein solches „we got you covered“ Service-Programm halbwegs abfedern kann.

Letztendlich ist es zur Zeit tatsächlich schwierig, Apple Hardware zu empfehlen. Ungewiss, welchen Weg Apple mit dem Mac Pro einschlägt und ob dieses Produkt ausnahmsweise nicht am Kunden vorbei und stattdessen für „maximale Gewinnmarge“ entwickelt wurde. Ungewiss, wann die Intel Architektur von eigenen ARM Chips abgelöst wird und ob man daher heute noch bis zu 7800 Euro für ein Maxed-Out MacBook Pro hinlegen sollte. Ungewiss, ob Apple nach Verdrängen des Tastatur-Problems tatsächlich in der Lage ist, das Problem ein für alle mal zu lösen.

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